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Pflegeberatung für die queere Community



Pflegeberatung für die queere Community: Wichtige Infos für Schwule, Lesben und alle LSBTIQ-Personen*


Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, tauchen oft viele Fragen auf: Welche Leistungen stehen mir oder meinen Zugehörigen zu? Wo finde ich eine kompetente und respektvolle Beratung? Wie kann ich sicherstellen, dass meine Bedürfnisse und meine Identität respektiert werden? Gerade für schwule, lesbische, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Personen gibt es in der Pflege besondere Herausforderungen. Hier erfährst du alles Wichtige zur Pflegeberatung und warum eine queersensible Beratung so wichtig ist.


Pflegeberatung nach § 7a SGB XI: Was steckt dahinter?


Die Pflegeberatung nach § 7a des Sozialgesetzbuches XI (SGB XI) bietet pflegebedürftigen Menschen und ihren Zugehörigen eine umfassende Unterstützung. Pflegeberater:innen helfen dabei, sich im System zurechtzufinden und die passenden Hilfen zu organisieren. Ziel ist es, eine individuelle und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Die Beratung kann durch Pflegestützpunkte, Pflegekassen oder unabhängige Pflegeberater:innen erfolgen.


Die Pflegeberatung umfasst unter anderem:

  • Information zu Pflegeleistungen und Finanzierung

  • Erstellung eines individuellen Versorgungsplans

  • Beratung zu Entlastungsangeboten für pflegende Zugehörige

  • Unterstützung bei der Antragsstellung für Pflegeleistungen

  • Hinweise zu barrierefreiem Wohnen und Hilfsmitteln


Warum queersensible Pflegeberatung für Schwule, Lesben und andere LSBTIQ-Personen besonders wichtig ist*


Viele Menschen aus der LSBTIQ*-Community haben im Laufe ihres Lebens Diskriminierung erlebt und möchten nicht erneut in belastende Situationen geraten. Gerade in der Pflege ist Vertrauen essenziell, doch die Erfahrungen vieler queerer Menschen zeigen, dass Pflegeangebote oft nicht auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingehen. Eine queersensible Pflegeberatung stellt sicher, dass:


  • die Lebensrealitäten von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen respektiert werden,

  • Wahlfamilien als gleichwertige Zugehörige anerkannt werden,

  • besondere Bedarfe, wie HIV-spezifische Pflege, sensibel behandelt werden,

  • Pflegeberatungen frei von Vorurteilen und Diskriminierung sind.


Anlaufstellen für queersensible Pflegeberatung:





Pflegegeldempfänger:innen: Beratungseinsätze nach § 37.3 SGB XI


Wer Pflegegeld erhält und keine professionelle Pflege in Anspruch nimmt, ist verpflichtet, regelmäßig Beratungseinsätze durchzuführen. Diese Beratungen stellen sicher, dass die Pflege zu Hause gut organisiert ist. Die Termine richten sich nach dem Pflegegrad:


  • Pflegegrad 2 und 3: Halbjährliche Beratung

  • Pflegegrad 4 und 5: Vierteljährliche Beratung


Auch hier ist es wichtig, eine Beratungsstelle zu finden, die die Bedürfnisse schwuler, lesbischer und transgeschlechtlicher Pflegebedürftiger versteht und respektiert.


Pflegekurse nach § 45 SGB XI: Wissen für pflegende Zugehörige


Pflegende Zugehörige stehen oft vor großen Herausforderungen. Damit sie bestmöglich vorbereitet sind, gibt es kostenlose Pflegekurse nach § 45 SGB XI. Hier lernen sie:


  • Wichtige Pflegehandgriffe

  • Den richtigen Umgang mit Hilfsmitteln

  • Techniken zur eigenen Entlastung

  • Wie sie pflegebedürftige Personen aktivieren und unterstützen können


Besonders für queere Menschen ist es hilfreich, Pflegekurse zu finden, die auf ihre Lebensrealitäten eingehen und sie in ihrer Identität respektieren.


Pflegeberatung in anderen Sprachen und barrierefreie Beratung


Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zugänglichkeit von Pflegeberatung. Viele Menschen haben Sprachbarrieren oder sind auf barrierefreie Angebote angewiesen. Gute Pflegeberatungen bieten deshalb:


  • Informationen in leichter Sprache

  • Beratungen in mehreren Sprachen

  • Digitale Beratungen per Videoanruf

  • Barrierefreie Zugänge und Materialien


Wie finde ich die richtige Pflegeberatung?

Wenn du oder eine dir nahestehende Person eine Pflegeberatung sucht, kannst du folgende Schritte gehen:


  1. Pflegekasse kontaktieren: Die Pflegekasse ist verpflichtet, ein individuelles Beratungsangebot zu unterbreiten.

  2. Pflegestützpunkte nutzen: Diese Anlaufstellen sind unabhängig und haben umfassendes Fachwissen.

  3. Queersensible Anlaufstellen anfragen: Einrichtungen wie die Schwulenberatung Berlin oder AlleFarben Alltagshilfe bieten eine LSBTIQ*-freundliche Beratung an.

  4. Online-Angebote nutzen: Viele Beratungsstellen bieten mittlerweile auch digitale Pflegeberatung per Videochat oder Telefon an.


Fazit: Eine queersensible Pflegeberatung schafft Sicherheit und Vertrauen


Pflegebedürftigkeit ist ein sensibles Thema, das Respekt und Empathie erfordert. Besonders für schwule, lesbische und transgeschlechtliche Menschen ist es essenziell, eine Beratung zu erhalten, die ihre Identität und Bedürfnisse ernst nimmt. Die richtige Pflegeberatung hilft nicht nur bei der Organisation und Finanzierung von Pflegeleistungen, sondern gibt auch emotionale Sicherheit.


AlleFarben Alltagshilfe setzt sich dafür ein, dass queere Menschen die Unterstützung erhalten, die sie verdienen – diskriminierungsfrei, kompetent und mit Herz.


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